Boreout: Langeweile…

Boreout: Langeweile…

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Langweile am Arbeitsplatz? Ist es nur eine kurze Pause, oder fühlen Sie sich schon seit einiger Zeit überflüssig? Wenn Sie im Büro nichts zu tun haben und dies auch noch mühevoll vertuschen, leiden Sie möglicherweise am «Boreout». 

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Kleine Pausen während der Arbeitswoche sind gerne willkommen, aber was wenn die Arbeit einfach nicht mehr zunimmt?

Während Überforderung und anhaltender Stress bei der Arbeit im schlimmsten zu einem Burnout führen, hat eine dauernde Unterforderung ebenso Konsequenzen.

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Der Artikel der NZZ vom 2. Juni 2014 im Zitat:

„Wer nicht richtig viel arbeitet und wegen der Arbeit nicht zumindest ein bisschen gestresst ist, der ist nicht wichtig genug oder gar ersetzbar. Wer Anerkennung will, muss etwas leisten – so die gängige Meinung. Aber was, wenn es im Büro einmal nicht so viel Arbeit gibt und das Tagespensum schon in wenigen Stunden erledigt ist? Kleine Pausen während der Arbeitswoche sind gerne willkommen, aber was wenn die Arbeit einfach nicht mehr zunimmt?

Während Überforderung und anhaltender Stress bei der Arbeit im schlimmsten zu einem Burnout führen, hat eine dauernde Unterforderung ebenso Konsequenzen. Die Schweizer Unternehmensberater Philippe Rothlin und Peter R. Werder haben mit ihrem Buch «Diagnose Boreout» das Phänomen beschrieben, wie Unterforderung im Job krank machen kann. Laut den Autoren ist der Boreout das Gegenstück zum Burnout. Er besteht aus Elementen der Unterforderung und Desinteresse. Hinzu kommen Verhaltungsstrategien, die helfen sollen, bei der Arbeit beschäftigt zu wirken, obwohl dies nicht der Fall ist.

Drei «Kernsymptome» führen zum Boreout

Der Boreout tritt nicht plötzlich auf, sondern entwickelt sich über einen längeren Zeitraum. Kurzfristige Unterforderung oder Langeweile sind kein Problem. Wenn diese Situation jedoch anhält, ist ein klärendes Gespräch mit dem Vorgesetzten oder gar ein Jobwechsel nötig. Denn täglich nur die Stunden bis zum Feierabend zu zählen, ist definitiv kein befriedigender Arbeitstag. «Ist ein Arbeitnehmer unterfordert, desinteressiert und gelangweilt und versucht paradoxerweise diesen Zustand aktiv zu erhalten, leidet er am Boreout-Syndrom» so Rothlin und Werder in ihrem Buch.

Unterforderung ist sowohl qualitativ als auch quantitativ zu verstehen. Entweder gibt es schlichtweg nicht genügend Arbeit, oder die Arbeit ist anspruchslos und monoton. Wer seine individuellen Fähigkeiten nicht nützen kann, ist unterfordert. In dem Fall wünscht sich der Arbeitnehmer mehr Verantwortung, Handlungsfreiheit und Herausforderungen. Auch repetitive und einseitige Tätigkeiten können Arbeitnehmer schnell langweilen. Durch zu wenig Arbeit entstehen immer mehr Zeiträume der Untätigkeit. Betroffene Arbeitnehmer wissen irgendwann schlichtweg nicht mehr was sie mit sich anfangen sollen. Dies kann weitere Symptome wie Lustlosigkeit oder Rastlosigkeit bis hin zum Gefühl der Verzweiflung auslösen. Fehlende Erfolgserlebnisse können das Gefühl verstärken.

Was sich beim Boreout ausserdem zeigt, ist ein ausgesprochenes Desinteresse. Dem Angestellten fehlt die Identifikation mit dem Unternehmen oder der Branche. Die Probleme des Unternehmens sind dem Mitarbeiter völlig gleichgültig. Auch empfindet er seine eigene Arbeit als irrelevant und bedeutungslos. Das Desinteresse kann einerseits durch die falsche Berufswahl hervorgerufen werden. Es kann aber auch durch falsche Versprechungen des Arbeitgebers oder durch ein schlecht formuliertes Jobprofil verursacht werden.

Boreout ist nicht gleich Faulheit

Langeweile, Unterforderung und Desinteresse allein lösen noch kein Boreout aus. Nur wenn ein Betroffener durch Verhaltensstrategien versucht, diesen Zustand zu verstecken und gleichzeitig nichts dagegen unternimmt, um ihn zu verändern, kann die «Diagnose Boreout» gestellt werden. Boreout-Betroffene sind jedoch nicht schlichtweg faul. Sie würden meist gerne mehr arbeiten und sind oft engagierte Personen. Sie bekommen aber schlichtweg zu wenig oder keine anspruchsvolle Arbeit zugeteilt und werden quasi «faul gemacht».

Laut Rothlin und Werder wenden Betroffene paradoxerweise Strategien an, um ihre Untätigkeit zu vertuschen. Dazu gehört beispielsweise die Pseudo-Burnout-Strategie: Betroffene teilen allen mit, wie gestresst sie sind und simulieren Überlastung. Während Burnout-Patienten also tatsächlich an Stress leiden, täuschen Boreout-Betroffene diesen nur vor. Meist kommen sie sogar früher zur Arbeit und bleiben länger als nötig. Durch das Mitbringen von Arbeit nach Hause, und wenn es nur ein leerer Aktenkoffer ist, wird das Desinteresse überspielt. Die Strategien haben zum einen zum Ziel, den Job nicht zu verlieren. Andererseits versuchen sich Betroffene so auch zusätzliche Arbeit vom Hals zu halten.

Betroffene sind also in einem Paradox gefangen: wer ein Boreout hat, ist unzufrieden, da er zu wenig leisten kann und keine Anerkennung bekommt. Gleichzeitig aber erhält er diesen Zustand der Unzufriedenheit aufrecht. Wer ein Boreout hat, hat keine Energie mehr, die Situation zu ändern. Es entwickelt sich eine Abwärtsspirale. Betroffene Arbeitnehmer können wegen der Lustlosigkeit und dem Desinteresse auch leichte Aufgaben nicht mehr zufriedenstellend erfüllen. Daraus wiederum schliessen Vorgesetzte, dass der Arbeitnehmer mit den Aufgaben überfordert ist und keine komplexeren Aufgaben übernehmen kann.

Boreout äussert sich auch in körperlichen Symptomen

Wie die Autoren weiter schreiben, verlassen Boreout-Betroffene ihren Job meist nicht. Unter anderem spielt auch das Gehalt eine Rolle: wer viel verdient möchte die Sicherheit nicht aufgeben. Doch den ganzen Tag nur wenig zu leisten und dies noch zu vertuschen laugt aus. Mögliche Folgeerscheinungen sind Müdigkeit, Gereiztheit und Frustration. Auch können Kopfschmerzen, Tinnitus und Magenbeschwerden auftreten.

Weitere Symptome sind Antriebslosigkeit und eine Unfähigkeit das Leben zu geniessen. Dies kann bis zu einer krankhaften Depression führen. Betroffene schotten sich ausserdem immer mehr von ihren Arbeitskollegen ab. Ähnlich wie bei einem Burnout, nehmen die Betroffenen die Frustration mit ins Privatleben. Hinzu kommen Gefühle der Minderwertigkeit und Unfähigkeit.

Um einem Boreout auszuweichen bleibt nur das Gespräch mit den Vorgesetzten. Auch wenn das schwer ist, denn schliesslich gibt keiner gerne zu, dass er schon länger nicht viel geleistet hat. Eine Möglichkeit ist es, die Stelle anders zu gestalten und mehr Verantwortung zu übernehmen. Vielleicht ist es auch möglich auf eine 80 Prozent Anstellung zu reduzieren. So kann die verbliebene Zeit sinnvoll genutzt werden. In manchen Fällen bleibt allerdings nur die Kündigung. Diese kann ein Anlass sein, die eigenen Karrierewünsche und –ziele zu überdenken und sich möglicherweise neu zu orientieren.

Um einem Boreout vorzubeugen sind, ähnlich wie beim Burnout, auch die Arbeitgeber gefragt. Das Aufgabenfeld sowie die Unternehmensstrategie und –philosophie sollten klar kommuniziert werden. Ausserdem sollten Arbeitgeber darauf achten, die Talente der Angestellten zu nutzen, um Potential nicht zu verlieren. Regelmässige Mitarbeitergespräche sowie flache Hierarchien helfen ebenfalls, die Mitarbeiter in einem gesunden Mass zu fordern.“

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