Impfzwang nein danke?

Impfzwang nein danke?

Mit dem überarbeiteten Epidemiengesetz, welches auf den 1.1.2013 hätte eingeführt werden sollen, würde der Impfzwang – Befürworter sprechen von einem Obligatorium – eingeführt werden. Dies würde bedeuten, dass sich Menschen auch gegen ihren Willen impfen lassen müssten.

 

Gegen den freien Willen

Das Impfen wird grundsätzlich kontrovers diskutiert. Man kann dafür aber auch dagegen sein, je nach Wissensstand oder persönlicher Überzeugung. Leider führen sowohl Befürworter als auch Gegner des Epidemiegesetzes ihre Diskussion nicht sachlich, sondern bedienen sich des üblichen Hilfsmittels in dieser machtvollen Frage: der Angst. Wer das Gesetz befürwortet, beugt sich der Angst vor möglicher Gefahr durch Epidemien. Wer sich dagegen stellt, schürt allzu gerne die Angst vor der Unterdrückung durch die sogenannten Mächtigen: die WHO, die Pharmabranche etc. Wie so oft in politischer Diskussion wird die sachliche Diskussion zum Spiel der Mächte, die nur eines sehen: den Feind! Und eines leider nicht: ihre eigene Angst!

Natürlich müssen wir uns trotzdem entscheiden, jeder für sich. Aber die Frage sollte nicht lauten: wer hat denn nun recht? – sondern: Wovor habe ich am meisten Angst?

a) Vor einer möglichen Krankheit? Dann impfe ich mich wahrscheinlich sowieso und ich brauche mich nicht weiter um das Epidemiegesetz zu kümmern.

b) Vor der Unterdrückung durch Menschen, die über mich entscheiden könnten? Dass jemand etwas mit mir tun könnte, das ich nicht will? Etwa so wie der Impfstoff, den ich in nicht in mich herein lasse, weil ich nicht abschätzen kann, wie ich damit fertig werde? Dann unterschreibe ich hier das Referendum. Die Unterschriftensammlung endet am 17. Januar 2013.

Die Gretchenfrage lautet aber: Wie gehen wir mit Dingen um, die von aussen an uns heran kommen? Bevorzugen Sie a), dann bin ich gerne für Sie da, falls es nach einer Impfung doch jucken oder kränkeln sollte. Sind Sie Typ b), dürfen Sie ebenfalls gerne meine Unterstützung in Anspruch nehmen, wenn Sie herausfinden und vor allem überwinden möchten, was Sie dazu bringt, sich allzu schnell unterdrückt zu sehen. Wie immer liegt die Wahrheit in der Mitte, respektive wo eine These ihre Antithese findet, ist immer die Synthese die Lösung. Was hier die Synthese ist? Stellen Sie sich ihrer persönlichen Angst! Sie können sich danach immer noch entscheiden, wie Sie wollen, aber nicht mehr aus Angst, sondern – genau so wie es die Gesetz-Gegner so gerne möchten – aus freiem Willen!

 

Hilfreiche Überlegungen jenseits der Angst

Das neue Epidemiengesetz ist in seiner Struktur sehr breit und lässt viel Interpretationsspielraum:

Artikel 6: Besondere Lage
2. Der Bundesrat kann nach Anhörung der Kantone folgende Massnahmen anordnen:
d. Impfungen bei gefährdeten Bevölkerungsgruppen, bei besonders exponierten Personen und von Personen, die bestimmte Tätigkeiten ausüben, für obligatorisch erklären.

Artikel 7: Ausserordentliche Lage
Wenn es eine ausserordentliche Lage erfordert, kann der Bundesrat für das ganze Land oder für einzelne Landesteile die notwendigen Massnahmen anordnen.

Artikel 22: Obligatorische Impfungen
Die Kantone können Impfungen von gefährdeten Bevölkerungsgruppen, von besonders exponierten Personen und von Personen, die bestimmte Tätigkeiten ausüben, für obligatorisch erklären, sofern eine erhebliche Gefahr besteht.

Was sind exponierte Personen? Wo ist hier die Grenze? Wer hat dies zu bestimmen?
Was ist eine ausserordentliche Lage oder eine erhebliche Gefahr?
Fragen, die nicht schlüssig beantwortet werden können.

Fazit: Epidemiegesetz ja oder nein: die Entscheidung bleibt trotzdem bei den Individuen!

 

Was ich persönlich tue?

Philosophieren kann ja schliesslich jeder, aber natürlich nehme ich meine Verantwortung als mündiger Mensch sehr ernst.

Ich habe keine Angst vor Krankheiten. Deshalb halte ich hierzulande viele Impfungen für unnötig*. Obligatorische mache ich natürlich selbstverständlich auch, etwa bei Auslandsreisen. Meine früher noch stärker vorhandene Angst vor Impf-Begleiterscheinungen sinkt umgekehrt proportional zur Zunahme meines Wissens darum, wie ich diesen begegnen kann. Deshalb habe ich auch vor einem Impfobligatorium keine Angst. Ich finde es nur einfach unnötig, sehe es ein Stück weit als einträgliches Investitionsprojekt der Pharmabranche – und werde deshalb den Bogen unterschreiben.

(*In meiner Praxis empfehle ich allerdings allen Patienten sich gut zu überlegen, was ihnen mehr Angst macht und sich entsprechend zu entscheiden. Das Resultat ist nämlich dasselbe! Wenn ich Angst vor Krankheiten habe und mich impfen lasse, kann ich mir mit der Impfung eine negative Folge zuziehen, mit der ich mich dann eben auseinandersetzen muss. Wenn ich Angst vor der Wirkung einer Impfung habe, muss ich in Kauf nehmen, dass ich eine Krankheit erleiden muss, mit der ich mich ebenfalls auseinandersetzen muss. Merken Sie etwas? So oder so muss ich mich immer mit meiner Angst befassen, falls ich denn welche habe.)

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