Quecksilber verboten

Quecksilber verboten

Der Abbau des hochgiftigen Schwermetalls Quecksilber wird bald verboten sein. Die Verwendung des noch vorhandenen Quecksilbers wird in der Konvention geregelt, welche in Genf von 140 Staaten verabschiedet wurde.

Freudige Nachricht: Der Ab­bau des hoch­gif­ti­gen Schwer­me­talls Qu­eck­sil­ber wird bald ver­bo­ten sein. Das ha­ben die Ver­t­re­ter von rund 140 Staa­ten in Genf be­sch­los­sen. Die Ve­r­ein­ba­rung ver­bie­tet neue Qu­eck­sil­ber­mi­nen. Die be­ste­hen­den Mi­nen müss­ten 15 Jah­re ab In­kraft­t­re­ten der Ve­r­ein­ba­rung ge­sch­los­sen wer­den, sag­te der Chef der Schwei­zer De­le­ga­ti­on. Die Ver­ab­schie­dung der Ve­r­ein­ba­rung sei ein Er­folg für die in­ter­na­tio­na­le Um­welt­po­li­tik. Ge­re­gelt wer­den auch Pro­duk­ti­on, Ver­wen­dung und die La­ge­rung von Qu­eck­sil­ber so­wie die Be­hand­lung von qu­eck­sil­ber­hal­ti­gen Ab­fäl­len.

Quecksilber bald verboten

Zitat aus der NZZ vom 19. Januar 2013:

„Die Quecksilber-Konvention verbietet neue Quecksilberminen. Die bestehenden Minen müssten 15 Jahre ab Inkrafttreten der Konvention geschlossen werden, erklärte der Chef der Schweizer Delegation, Franz Perrez, gegenüber der Nachrichtenagentur sda.
Ab diesem Zeitpunkt gebe es kein neu gefördertes Quecksilber mehr. Damit werde das Angebot verknappt. Was noch an Quecksilber gebraucht werde, komme aus dem Recycling-Kreislauf.

Die Verabschiedung der Konvention sei ein Erfolg für die internationale Umweltpolitik und eine Anerkennung für das Engagement der Schweiz, sagte Perrez, der im Bundesamt für Umwelt (Bafu) die Abteilung Internationales leitet.

Kritik an Kontrolle

Geregelt werden in der Konvention Produktion, Verwendung, Lagerung von Quecksilber sowie die Behandlung von quecksilberhaltigen Abfällen. Der Prozess zur Senkung des Quecksilbers war vor zehn Jahren von der Schweiz und Norwegen lanciert worden.

Die Konvention sieht weltweite Verbote für zahlreiche Produkte vor, die Quecksilber enthalten. Dazu gehören bestimmte Arten von Batterien. Das Schwermetall soll auch aus Energiesparlampen, elektrischen Schaltkreisen, Kosmetika, Thermometern und Blutdruckmessgeräten verbannt werden.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) begrüsste die Einigung als wichtigen Fortschritt beim Gesundheitsschutz. Es wurde aber auch Kritik laut.

Die Wirksamkeit der Konvention sei eingeschränkt. Die Kontrollen der Quecksilberemissionen aus Hauptquellen wie Kohlekraftwerken seien zu schwach, sagte Michael Bender von der Dachorganisation Zero Mercury Working Group gemäss der Nachrichtenagentur dpa.

«Schmutziges Gold»

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GvbV) begrüsste die Bemühungen der Schweiz. Als erste konkrete Massnahme sollte die Schweiz nun ein Einfuhrverbot von «schmutzigem Gold» verhängen.

Die Schweiz als «wichtigste Drehscheibe im Goldhandel» solle nur noch Gold importieren, das ohne Freisetzung von Quecksilber abgebaut wurde, forderte die GvbV am Freitag in einem Communiqué.

Rund ein Drittel der durch Menschen verursachten Quecksilberemissionen stammen laut GvbV aus dem Gold-Kleinbergbau. Mit dem Schwermetall wird das Gold vom Erz getrennt. Das Quecksilber gelangt dann oft ungehindert in die Umwelt.

Er unterstütze die Forderung nach einem Importstopp von «schmutzigem Gold», sagte Perrez. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) erarbeite derzeit verschiedene Gold-Labels, welche den Konsumenten über die Herkunft des Edelmetalls informierten. Dies entspreche offenbar einem Bedürfnis auf Seiten der Konsumenten wie auch der Geschäfte.

Über Fisch zum Mensch

Das Schwermetall Quecksilber ist für Lebewesen hochgiftig. Quecksilber verflüchtigt sich schon bei Zimmertemperatur und breitet sich in der Atmosphäre weiträumig aus.

Jedes Jahr gelangten über diesen Weg 200 Tonnen Quecksilber in die Arktis. Dort werde es von Fischen aufgenommen, die anschliessend von Menschen verzehrt würden, umriss das Eidg. Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) in einem Communiqué die Problematik.

Das internationale Regelwerk wird im Oktober im japanischen Minamata zur Unterzeichnung durch die Staaten aufgelegt. In Minamata waren über 2000 Menschen an einer jahrzehntelangen massiven Quecksilberkontamination gestorben. Für die Schweiz wird der Bundesrat die Konvention unterzeichnen. Die Ratifizierung obliegt dem Parlament.“

Kommentar:

Die Zeit rückt näher, wo wir uns die nötige Sorgfalt gönnen im Umgang mit uns selber. Das innere Gefühl setzt sich langsam durch, wonach quecksilberhaltiges Amalgam einfach nicht in den Mund noch in Kontaktlinsenflüssigkeit oder Impfstoffe gehören würde. Seien Sie achtsam, die Abkürzung MER – auch als Baustein in einem Namen – deutet immer auf einen Quecksilberanteil hin.

Schreibe einen Kommentar

Menü schließen