Darmflora

Darmflora – verdauungsfähig serviert!

Der Darm ist ein komplexes, mikroskopisch kleines, eigenes Ökosystem. Er stellt mit einer Oberfläche von ungefähr 200–300 m² und einer Länge von ca. 5–6 m das grösste immunologische Organ dar, welchem entscheidende Funktionen für das körperliche Wohlbefinden zukommen. Kommen Sie mit auf eine kleine Reise in eine ansonsten uns unbekannte Welt, die in jedem von uns ihren natürlichen Platz hat.

Inhalt dieses Artikels  – (klicken Sie auf den Link um zum Text zu gelangen):

 

Darmflora – Pflanze oder Tier?

Der Begriff „Flora“ bedeutet ursprünglich „Pflanzenreich“. Diesen Begriff verwendet man, weil man ursprünglich davon ausging, dass Bakterien der Pflanzenwelt zugeordnet werden. Heute teilt man Bakterien einer separaten Gruppe zu, weil es sich bei ihnen weder um Pflanzen noch um Tiere handelt. Der ursprüngliche Begriff für die Darmbesiedelung Begriff ist aber trotzdem geblieben.

 

Aufbau der Darmflora

Im Darm befinden sich 1 1/3 mal so viele Mikroorganismen, wie der Mensch Zellen hat. Die im Darm des Menschen befindlichen Mitbewohner lassen sich unterteilen in: Bakterien (Zellen ohne Zellkern), Archaeen (Zellen mit Zellkern aber mit bakteriellen Eigenschaften) und Eukaryoten (ein- oder mehrzellige Lebewesen).

Im Verlauf des Lebens verändert sich die Zusammensetzung der Darmflora. Während das Neugeborene Kind die Besiedlung des Darms erst beginnt, nimmt die Bevölkerungsdichte im Laufe des Lebens stetig zu. Forscher haben entdeckt, dass sich im Darm zwischen 500 – 1’000 verschiedene Arten von Bakterien tummeln.

 

Sonderfall Kaiserschnitt

Die Darmflora von Kindern, die mit Kaiserschnitt zur Welt gekommen sind, ist zu Anfang gleich beschaffen wie die Haut der Mutter. Forscher vermuten, dass späteres Vorkommen von Allergien damit zusammenhängt, dass diese Kinder die grundlegenden Bakterien der Mutter durch den Austritt aus dem Geburtskanal nicht mitbekommen haben.

 

Gestillte versus nicht gestillte Kinder

Die Ernährung beeinflusst das Darmmilieu von Beginn weg. Schon bei Säuglingen lässt sich anhand der Darmflora erkennen, ob diese gestillt werden, oder ob sie Flaschennahrung bekommen. Gestillte Kinder bekommen Milchsäurebakterien, welche es pathogenen Bakterien erschweren, sich anzusiedeln. So erhalten diese Kinder einen natürlichen Schutz vor Krankheiten mit der Muttermilch gleich mit. Flaschenbabys hingegen weisen ein erwachsenen-ähnliches Mikroklima im Darm auf.

Aus diesem Grund ist es allerdings auch wichtig, dass sich die stillende Mutter möglichst gesund ernährt. Was dies im Einzelfall bedeutet, erfahren Sie gerne in der PRAXIS für Gesundheit und Lebensfreude.

 

Bakterien im Darm

Dysbiose des Darms

Durch ungesunde Ernährung oder Lebensweise findet eine Verschiebung der Beschaffenheit der bakteriellen Darmbevölkerung statt. Über- oder Unterbevölkerung führen zu Verdauungsstörungen wie Blähbauch, Verstopfung, Durchfall oder Reizdarm. Aber auch ein mangelhaftes Immunsysteme ist eine Folge der gestörten Darmflora.

 

Darmflora, Körpergewicht und Energiehaushalt

Schädliche Bakterien im Darm

Die Zusammensetzung der Darmflora beeinflusst auch das Körpergewicht. Je nachdem beeinflusst das Darmmilieu die Verdauung von Fettsäuren und Polysacchariden (Mehrfachzucker). Die Aufnahme der Nährstoffe wird entweder verstärkt, wodurch der Mensch mehr Energie zur Verfügung hat.

Oder aber die Stoffwechselprozesse benötigen einen Mehraufwand. Der Körper benötigt dafür den verstärkten parasympathischen Zustand des Nervensystems und stellt auf Erschöpfung, um diesen zu erreichen. Denn im entspannten (also parasympathischen) Zustand findet die eigentliche Verdauung statt.

 

Verdauung und Stress

Wer zu oft gestresst ist, lässt seinem Körper nicht mehr den nötige Zeit, Eindrücke (Nahrung) zu verarbeiten. Diese lagern sich in der Folge als ungeliebte Polster ab.

Aber auch das psychische Bedürfnis festzuhalten führt zu verminderter Ausscheidung für den Organismus schädlicher Bestandteile.

Dies nur zwei von vielen möglichen Interpretationen, welche ebenfalls in Betracht kommen, um ganzheitlich die volle Funktion des Darmes wieder herzustellen. Wenn Sie sich dafür interessieren, haben Sie in der PRAXIS für Gesundheit und Lebensfreude die Gelegenheit, Ihren Themen auf den Grund zu gehen.

 

Aufbau der Darmflora

Besonders im Zusammenhang mit der Colon Hydro Therapie werde ich oft gefragt, ob und wie es möglich ist, eine gesunde Darmflora wieder aufzubauen.

Am besten unterstützt gesunde Ernährung das Mikroklima des Darms. Die mediterrane Kost schneidet diesbezüglich besonders gut ab. Allerdings hängt dies nicht nur mit der Ernährung, sondern evtl. auch mit der Lebensweise zusammen.

Hefe

Hefe

Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die eine gesundheitsfördernde Wirkung auf den Darm haben. Diese müssen bei der Einnahme resistent gegen Magensäure sein, weil sie nur dann ihren Zielort erreichen und ihre Wirkung entfalten können. Probiotische Produkte in Form von Kapseln, die nicht magensäureresistent „verpackt“ sind, sind daher nicht wirkungsvoll. Auf dem Markt gibt es daher viele mögliche Produkte. Lassen Sie sich in der PRAXIS für Gesundheit und Lebensfreude beraten.

Probiotische Lebensmittel sind beispielsweise: Naturjoghurt, Kefir, Buttermilch, Quark, Käse, Sauerkraut, Apfelessig, Miso, Hefe etc.

Präbiotika sind quasi das Futter und somit die Vorstufe der „positiven Darmbakterien“, der sogenannten Probiotika. Probiotika ernähren sich und gedeihen somit besser durch Präbiotika. Die Einnahme von Präbiotika unterstützt also die Vermehrung gesundheitsfördernder Bakteriensorten.

Präbiotische Lebensmittel sind zum Beispiel: Chicorée, Schwarzwurzeln, Topinambur, Yacon, Äpfel, Bananen, Spargel, Artischocken, Brokkoli, Leinsamen und Flohsamen, Schwarzwurzel, Chicorée, Zwiebeln, Knoblauch.

Zu viel des Guten bewirken allerdings auch hier unangenehme Folgen. Wenn sich Probiotika zu viele Präbiotika zu Gemüte führen, können Gase entstehen, die beim Menschen wiederum Blähungen hervorrufen.

 

Weitere den Darm unterstützende Nahrungsmittel

Wenn Sie Kartoffeln nach dem Kochen abkühlen lassen, verwandelt sich die Stärke. Diese passiert den ersten Verdauungsabschnitt und wird somit erst im Darm von den nützlichen Bakterien verstoffwechselt.

Essen Sie Äpfel immer in biologischer Qualität und mit der Schale. Unter der Schale befindet sich das Pektin, welches ebenfalls Bestandteil von Essig ist und beim Gären hilfreiche Milchsäurebakterien bildet.

Die Pilze der Hefe verdrängen schädliche andere Pilze und sind daher sehr nützlich.

 

 

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