Freiheit für Kinderfüsse

Freiheit für Kinderfüsse

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„Freiheit für den Kinderfuß“ auf BR Ratgeber vom 4. März 2013

[/vc_column_text][mk_blockquote style=“line-style“ text_size=“16″ align=“left“ width=“1/1″ el_position=“first last“]„Zu groß, zu klein, zu steif, zu schwer: Mehr als 70 Prozent der Kindergartenkinder tragen falsches Schuhwerk. Junge Füße sind weich und formbar und passen sich dem Schuh an – auch wenn der zu eng ist. Das kann zu Knick- und Senkfüßen, Haltungsfehlern und Rückenschäden führen.“[/mk_blockquote]

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Der Originaltext auf BR Ratgeber im Zitat:

„98 Prozent aller Menschen kommen mit gesunden Füßen zur Welt, doch nur noch 40 Prozent haben gesunde Füße, wenn sie erwachsen sind. Im Rahmen der Präventionskampagne „Kinderfüße auf dem Prüfstand“ im Jahr 2008 wurden knapp 1.500 Kindergartenkinder orthopädisch untersucht. Demnach hat jedes fünfte Kind an den Füßen Druckstellen, Schwielen, Warzen oder Nagelpilz. Sieben von zehn Kindern trugen nicht passende Schuhe, was gerade bei Kindern fatale Folgen haben kann. Denn während des Wachstums sind die Knochen noch leicht verformbar. Mit fünf Jahren sind Kinderfüße dann soweit gefestigt, dass Fehlstellungen gegebenenfalls korrigiert werden können.

Aktuelle Untersuchungen der Sporthochschule Köln bestätigen dies: Das Forscherteam hat Füße und Schuhe von über 800 Kindergartenkindern in Österreich untersucht. Ergebnisse: Viele Kinder trugen viel zu kurze Schuhe. 97 Prozent der Schuhe entsprechen in ihren Maßen nicht den Schuhgrößen, die auf ihnen angegeben sind – zum Teil waren die Schuhe bis zu zwei Schuhgrößen kleiner als angegeben. Und dadurch werden Kinderfüße wirklich geschädigt.

 

Irrtümer über Babys erste Schuhe

Irrtum 1

„Um Laufen zu lernen, brauchen Babys möglichst früh Schuhe.“

Wahr ist:

Babys lernen auch ohne Schuhe laufen! Zeit für das erste Paar ist es erst bei selbstständigen Schritten, Verletzungsgefahr oder Kälte.

Irrtum 2

„Erste Schuhe müssen fest sein und stützen.“

Wahr ist:

Je härter die Schuhe, desto stärker werden die Babyfüße eingeschränkt. Für eine gesunde Entwicklung müssen sie sich frei bewegen können.

Irrtum 3

„Passende Schuhe sind gleichlang wie die Füße.“

Wahr ist:

Passende Kinderschuhe sollten 12 bis 17 Millimeter länger als die Füße sein. Nur 8,5 Prozent der Eltern wissen das.

Irrtum 4

„Auf Schuhgrößen kann man sich verlassen.“

Wahr ist:

90 Prozent der Kinderschuhe sind Mogelpackungen. Wo zum Beispiel 23 draufsteht, ist meistens nur 21 drin. Tipp: Immer Füße und Innenlänge der Schuhe messen!

Irrtum 5

„Nur ja keine gebrauchten Kinderschuhe!“

Wahr ist:

Wenn die Gebrauchten passen und nicht einseitig abgelaufen sind, spricht nichts dagegen! Und es spart Geld und Rohstoffe. Bis heute haben Eltern dabei aber ein schlechtes Gewissen – zu Unrecht.

Irrtum 6

„Kinder spüren genau, ob die Schuhe passen.“

Wahr ist:

Kinder bezeichnen zu kurze Schuhe meistens als „passend“. Das haben österreichische Forscher mit einer ausgeklügelten „Schuh-Test-Straße“ bewiesen.

Irrtum 7

„Teure Kinderschuhe sind besser als billige.“

Wahr ist:

Ein hoher Preis ist keine Garantie für Qualität. Eine Analyse der Schuhgrößen hat gezeigt, dass teure Schuhe keinesfalls automatisch besser gearbeitet sind.

 

Kein Verlass auf Zahlen

Nicht nur die Länge, auch die Breite ist relevant.

Eigentlich sollte es ganz einfach sein, passende Kinderschuhe zu finden. Ist es aber nicht, denn die Größenangabe auf Schuhen dient den Herstellern nur zur Orientierung. Sie ist nicht EU-weit genormt und wird nicht kontrolliert. Richtwert bei Kinderschuhen ist der sogenannte „Pariser Strich“, das ist die Schuhgröße mal 6,6 Millimeter. Schuhe werden auf Leisten dieser Größe gefertigt – und häufig zu früh wieder abgenommen: „Die Schuhe werden bei der Herstellung nach zu kurzer Zeit von den Leisten gezogen, dabei schrumpfen sie“, sagt Sportwissenschaftler Wieland Kinz von der Universität Wien.

Der Wissenschaftler hat auch festgestellt, dass 85 Prozent aller Kinderschuhe zu kurz sind – manche sogar bis zu fünf Nummern. Bei Kinz‘ Untersuchung stimmten nur drei Prozent der Schuhe mit den Vorgaben überein. Deshalb sollten Verkäufer und Eltern immer die Innenlänge von Kinderschuhen messen. In Online-Shops sollte man diese Information immer vor dem Kauf anfordern.

 

Kinder wissen nicht, ob der Schuh drückt

Drückt der Schuh? Kinder haben dafür kein Gefühl.

Da hilft es auch nicht, wenn die Eltern bei der Anprobe vorne auf die Schuhspitze drücken. Kinder ziehen dann reflexartig den Fuß zurück. Auch die Frage „Passen die Schuhe?“ bringt nichts. Kinder bis etwa zehn Jahre merken meistens gar nicht, wenn ihre Schuhe zu klein sind. Ihr Nervensystem nimmt den Druck nicht richtig wahr. Außerdem sind ihre kleinen Füße weich und passen sich dem Schuh an. Bei über drei Vierteln der Kinder, die Kinz untersuchte, waren die großen Zehen bereits ungesund verändert.

 

Tipps für den Schuheinkauf

Sportwissenschaftler raten, eine Schablone für den Kinderfuß anzufertigen. Dazu den Umriss der Kinderfüße auf Pappe nachziehen und 12 bis 17 Millimeter Spielraum addieren. Die ausgeschnittene Schablone sollte locker in den Schuh passen. Bei getragenen Schuhen reichen eher 12 Millimeter Zugabe, bei neuen Schuhe sollten es eher 17 Millimeter sein.

Bewegungsfreiheit

Kinderschuhe sollten nicht zu fest sein und ausreichend Bewegungsfreiheit lassen.

Daumenprobe

Die „Daumenprobe“ funktioniert bei Kindern nicht. Besser sollte man den Fuß im Schuhgeschäft ausmessen lassen.

Einkaufszeit

Schuhe kauft man am besten nachmittags. Füße können sich im Laufe des Tages um einige Millimeter vergrößern!

Kontrolle

Eltern sollten die Schuhgröße der Kinder alle drei Monate kontrollieren. Denn die Füße wachsen schubweise und bis zu drei Größen pro Jahr.

 

Bisheriges Messsystem veraltet

Schuhmesssungen, wie in den 70-er Jahren, sind heute nicht mehr zeitgemäß.

Ein Kinderschuh, der vor vier Wochen noch gepasst hat, kann heute schon zu eng sein. Die Füße wachsen nämlich nicht gleichmäßig, sondern in Schüben. Deshalb sollte mindestens viermal im Jahr die Schuhgröße kontrolliert werden.

Die wird seit 1974 mit dem Weiten-Mess-System (WMS) ermittelt. Es misst die Länge der Füße und teilt sie in weit, mittel und schmal ein. Es hat aber einen entscheidenden Mangel: Das System erfasst die Füße nur im Stehen und nicht, wenn sie in Bewegung sind.

Sportwissenschaftler von der Universität Potsdam haben deshalb ein neues Messverfahren entwickelt, das sie in der Praxis proben. „Das Hauptziel der Messung ist, dass wir die Kinderfüße in Bewegung sehen und dann Rückschlüsse ziehen können, wie ein optimaler Schuh für Kinder, die sich bewegen, aussehen muss“, erklärte der Sportmediziner Steffen Müller von der Universität Potsdam.“

 

KOMMENTAR:

In der PRAXIS finden Sie diese Informationen seit 2008 auf einem Flyer, den Sie gerne dort mitnehmen können.

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